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Donnerstag, 12 Mai 2016 22:10

Eigentlich schaffe ich es ja auch selbst Fahrtberichte zu erstellen.
Bei dieser Tour jedoch kam mir die Idee den Spieß mal umzudrehen.
Ich habe Romina, die bisher noch keine Erfahrung mit dem Paddeln hat, gebeten einen Erfahrungsbericht zu schreiben.
zu meiner eigenen Überraschung hat sie Ja gesagt.
Vom Ergebnis bin ich so begeistert, dass ich dieses auch mit euch teilen möchte.
Leider haben wir auf dieser Tour nichts mit gehabt um Bilder zu machen. Also dürft Ihr gerne eure Fantasie bemühen und ich gelobe Besserung, beim nächsten mal wieder Bilder vom paddeln mit zu bringen...
Genug der Vorrede!

Boot fahren für Anfänger - oder wie infiziere ich einen Laien mit Paddel-Fieber

Strahlender Sonnenschein, knapp 30 Grad und ein freier Nachmittag...
...für viele liegt da Nahe was zu tun ist: ab aufs Wasser und den Kopf frei bekommen.  
Meine Erfahrungen was das Element Wasser angeht sind da allerdings sehr überschaubar und gingen bisher nicht über Schwimmen und gelegentliches Surfen hinaus. Was soll schon so besonderes daran sein mit einem Boot durch die Weltgeschichte zu paddeln?
Aber da hatte ich mich wohl getäuscht.....
Mit der Frage "hast du Lust paddeln zu gehen" hätte ich rechnen können. Trotzdem war ich überrascht, fand die Idee aber auch schön.
Es lockte schließlich ein interessanter Nachmittag und auch das geplante Picknick ließ mich hellhörig werden.
Gesagt getan....gegen Nachmittg fallen wir im Bootshaus ein um alles Erforderliche im und auf dem Auto zu verstauen.
Diskussion über die Notwendigkeit von Schwimmwesten natürlich eingeschlossen schaffen wir es eine Weile später wieder auf die Straße und machen uns auf den Weg nach Haltern.

Während wir ausladen und alles zum Wasser tragen werde ich nun doch langsam nervös. Auf was habe ich mich da eingelassen? Als ich das Boot auf dem Wasser so betrachte und mir anhöre wie ich heil rein und auch wieder rauskomme erschließen sich so langsam Dinge wie: wasserdichte Tasche für Wertsachen, Schwimmwesten und Wechselklamotten (meine liegen sorgsam gefaltet im heimischen Kleiderschrank).
Sieht doch wackeliger aus als ich vermutet hatte.
Ich versuche mir erstmal nichts anmerken zu lassen.

Funktioniert noch exakt für die nächsten 3 Minuten.

Dann halte ich völlig unbeholfen das Paddel in der Hand und versuche in geübter Erbsensuppe-Umrühr-Manier das Gefährt in Bewegung zu setzen und dabei nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Die Augen fest aufs Wasser gerichtet, das Ziel nur nicht aus den Augen verlieren und den Angstschweiß auf der Stirn wage ich kaum nach hinten zu sehen und mir die Technik nicht zur erklären zu lassen. Ich riskiere also einen Blick und entscheide, dass dies eine zu lösende Aufgabe zu werden scheint.
Die nächsten 3 Kilometer stehen also ganz unter dem Motto "Haltung bewahren". Ich finde nur wenig Zeit mir die langsam vorbeiziehende Landschaft zu meiner Linken und Rechten anzusehen. Kurze Zeit später heißt es aber auch schon "aussteigen",
"Boot aus dem Wasser", "wir setzen um". Das lang ersehnte Picknick rückt in greifbare Nähe.
Irgendwo, mitten im Nichts, nur mit der Gesellschaft der  Tiere auf auf der angrenzenden Weide und den damit verbunden leisen Nebengeräuschen breiten wir unsere Decke aus und vergessen bei interessanten Gesprächen und einem Glas Wein die Zeit.

Irgendwann beginnt die Sonne langsam damit ihren Dienst für den Tag einzustellen.
Mit einem beeindruckendem Farbspiel in orange, gelb und rot begleiten sie die Wolken in einem Schlafrock aus blau und lila langsam hinter die Bäume.
Zeit für uns aufzubrechen. Vorsichtig setzen wir das Boot auf die Lippe und sind kurze Zeit später wieder unterwegs.

In der Pause scheint das Gehirn an den Körper gemeldet zu haben, wie das so mit dem paddeln funktioniert. Ich habe den Dreh raus. Ich könnte hüpfen vor Freude entscheide aber schnell, dass dies vermutlich nicht unbedingt eine gute Idee ist. Aber innerlich juble ich vor Freude. Ich verstehe langsam was Thomas meinte als er mir fast schon mit kindlicher Euphorie und einem leuchten in den Augen von seinem Hobby erzählte.

Nach und nach entspanne ich mich.... ja, ich fühle mich tatsächlich wohl und genieße was um mich herum passiert.
Sunsetrun hatte er es genannt. Und er hat nicht Zuviel versprochen. Die letzten vorwitzigen Sonnenstrahlen tauchen das Wasser und die Landschaft in ein friedliches Licht. Es wird ruhig im Boot, jeder geht seinen eigenen Gedanken nach. Ein angenehmes Schweigen. Das Boot gleitet in absoluter Stille über das Wasser, zu hören sind nur die wenigen Tropfen die vom Paddel wieder aufs Wasser kommen.
Wie leise bemerke ich wenig später als wir zwei Enten erschrecken die empörend aufschnattern und wegfliegen als wir mit dem Boot schon direkt neben ihnen auftauchen.
Ich staune....das ist Natur pur. Die Lippe nimmt uns mit, trägt uns durch die Abenddämmerung. Zwei Fischreiher begleiten uns eine Weile. Warten hinter der nächsten Kurve um dann wieder vorweg zu fliegen. Herr oder Frau Nutria nutzt die Abenddämmerung zur Futtersuche, taucht vor uns auf und verschwindet kurze Zeit später am Ufer irgendwo zwischen den Wurzeln einer der vom Wasser gezeichneten Bäume die weit ins Wasser hineinragen.

Alles wie selbstverständlich. Wir sind mitten in der Natur, trotzdem fühle ich mich nicht wie ein Eindringling.  Viel zu schnell kommen wir am Anleger an. Obwohl nicht mehr viele Minuten bleiben, bis das Tageslicht komplett verschwunden ist, hätte ich noch stundenlang so weiterfahren können.
Einen besseren Start als Paddel-Anfänger hätte ich nicht haben können. Das Wetter und das Wasser waren auf unserer Seite und bei der Streckenwahl möchte ich Thomas eine gewisse Absicht unterstellen....da kann man ja nur mit Paddel-Fieber infiziert werden.
Den Nachmittag kann ich mit einem Wort zusammenfassen:

Wow!

Davon möchte ich mehr und freue mich aufs nächste Mal. 

Romina & Thomas

Dienstag, 26 April 2016 17:44

Das Werner Grand Prix SUP Paddel für den ambitionierten Sportlichen- und Racefahrer.

 

Die Paddel sind Handgemachte Einzelstücke,
die Namentlich mit einem Datenblatt vom Monteur versehen sind.

 

Als der Lieferbote das große Paket lieferte lachte er schon und sagte:
„Meine Güte, ich dachte schon ich heb mir einen Ast!..“

Ich darf nun das Grand Prix in der Größe 93 inch
mit Straight Schaft mein eigen nennen.

 

Das Paddel wurde sofort aus der Folie geholt und bestaunt,
es fühlte sich sehr wertig an
und vor allem mit seinen 422 gr. extrem leicht.

 

Der Griff und das komplette Paddel bestehen aus 100% Carbon, was nicht nur gut aussieht,
sondern sich auch in der Perfomance widerspiegelt.

 

Nachdem die Aufregung sich langsam legte, kürzten wir das Paddel auf eine Länge von 202cm,
das ist eine Individuelle vorgeschlagene Racelänge, die sich aus Körpergröße + 20cm zusammensetzt.

 

Der Hinweis für euch: Nehmt diese Kürzung als erste Wahl, denn kürzen kann man weiterhin!

 

Der Griff liegt Separat bei.

Diesen haben wir mit Heißkleber fixiert, um ihn Mittels eines Föhns nachträglich bei einer eventuellen Kürzung zu lösen.

 

Jetzt hieß es ruckzuck zum Wasser, aufs Board und ab die Post mit dem Werner Grand Prix 93.

 

Den Unterschied merkte ich sofort, denn zuvor hatte ich ein Paddel aus Alu und 25% Carbon.

Der größte Unterschied war nicht nur das Gewicht, sondern auch das Gefühl beim ersten Schlag.

Beim Eintauchen war der Druck auf das Paddelblatt sofort da und ich zog es durch, so dass das Board zeitgleich stark beschleunigte.

 

Nach einiger Zeit und Strecke merkte ich, dass der Griff doch etwas Gewöhnung bedarf,
da er ergonomisch viele Handpositionen zulässt und dabei viel Kontakt an der Handinnenfläche besitzt,
wobei bei vielen Griffen wie dem Tahiti Griff eher die Mittelhand belastet wird.

 

Der Flex des Schaftes ist für mich Ideal, da ich viel aus der Schulter- und Brustmuskulatur arbeite.

Das Paddel gibt nur etwas nach,
wobei es mir das Gefühl gibt ich gebe die Energie nicht in das Paddel sondern direkt in die Fortbewegung weiter.

 

Das Paddelblatt besitzt eine eingearbeite ABS-Kante die zum Schutz der Carbonfasern und des Rails am Board dient,
ein ausbrechen der Carbonfasern am Paddel wird somit verhindert.

 

Der Griff, der Schaft und das Paddelblatt wurden optimal aufeinander abgestimmt.

Ich kann es nur immer wiederholen, es ist in allen Punkten beeindruckend.

 

Ich konnte durch das Paddel meine Schlagfrequenz deutlich erhöhen ohne nachträglich übermäßige Ermüdung in den Armgelenken zu spüren
und die Geschwindigkeit um ca. 2 km/h steigern, im Vergleich zu einem 25% Carbon Paddel mit Teilung.

 

Der Härtetest bei der NRW Kanu-Rallye auf der Ruhr mit insgesamt 45 km hat mir gezeigt,
welche große Bedeutung ein leichtes hochwertiges Paddel auf Langstrecken besitzt.

 

Wenn ihr es testen könnt, dann machst es und ihr werdet merken was ich hier versucht habe zu beschreiben.

 

Bis dahin viel Spaß und schöne Zeiten auf dem Wasser,

Olli.

Dienstag, 02 Februar 2016 22:18

Als Theresa mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, in Darmstadt beim Kanupoloturnier mit Hanau anzutreten hat sie mir nicht wirklich eine Wahl gelassen.

Als dann der Termin auch noch in meinen Dienstplan passte, der mir in dieser Wintersaison sonst jeden anderen Termin gnadenlos platzen ließ, konnte ich dann auch fest zusagen. Also hab ich Niklas eingepackt, der bei der 2. Mannschaft aus Mainz untergekommen ist, und bin am Samstagmorgen mit ihm zusammen in Richtung Böllenfalltor aufgebrochen. Als wir am Austragungsort aufschlagen erwartet uns auch schon Theresa, die Niklas und mich mit unseren restlichen Mannschaftskameraden bekannt macht. Neben ihr spielen noch Ute Patrick und Lars, den ich ja schon vom Kanu Camp kenne in der Mannschaft für Hanau. Da in der Schwimmhalle das Feld kleiner als es im Kanupolo üblich ist, wird an diesem Wochenende nur mit vier statt fünf Spielern gespielt.

Seit einem Jahr, versuche ich mich ja schon im Kanupolo, kann aber aufgrund meines Dienstplanes nicht so oft zum Training beim KC Wetter gehen wie ich das selbst gerne würde. Meine Vereinskameraden aus Wetter haben sich alle Mühe gegeben mir zu vermitteln worauf es beim Polospielen ankommt und was ich bisher feststellen durfte ist, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe. Ich nehme also das Turnier als gute Gelegenheit um Erfahrung zu sammeln.

In einer Kurzen Taktikbesprechung wird mir die Center Position zugewiesen. Meine Aufgabe ist es also der Abwehr im Weg zu sein und wenn möglich eine eine Lücke zu reißen, in die der Rest der Mannschaft dann hineinstoßen kann, um den Ball im Tor unterzubringen. Also rein in die Badebuchse und ab auf das Feld. Als ich im Boot sitze, merke ich schnell, dass sich mein Trainingsrückstand rächen wird. So wackelig hatte ich die Boote gar nicht in Erinnerung. Egal, einmal durchrollen und dann ab dafür.

Schon im ersten Spiel drängt uns der Gegner in die Verteidigung und wir können uns nur sporadisch durch Konter lösen. Ich merke schnell wie wichtig körperliche Fitness eigentlich für diesen Sport ist und kämpfe mit meinem Gegenspieler und mir selbst und habe da wohl zwei übermächtige Gegner. Als ich nach gut vier bis fünf Minuten in die Auswechselzone fahre hängt mir die Zunge am Gaumen fest und ich sehe das erste mal mein Team in Aktion. Das ich es mit erfahrenen Polospielern zu tun habe war mir klar, aber ich habe ein richtig gutes Team erwischt. Dennoch, die erste Halbzeit um und wir haben noch nicht einen Angriff in Ruhe aufgebaut, aber die Verteidigung stand gut und durch unsere Konter lagen wir auch schon in Führung.

Die zweite Halbzeit nochmal also sieben Minuten rumrühren, ziehen, pressen und kämpfen wobei ich mir nicht sicher war, ob meine Bemühungen überhaupt zielführend waren, aber der Sieg war unser. Schon jetzt war ich angemessen erschöpft, aber das war ja erst das erste Spiel. Vor dem zweiten Spiel merke ich, dass ich einen beachtlichen Adrenalinspiegel habe. Mit anderen Worten mir ging der Arsch auf Grundeis. Noch einmal bekomme ich ein paar taktische Tipps und das Spiel beginnt. Diesmal bauen wir unsere Angriffe schon viel ruhiger auf und mir gelingt es tatsächlich das ein oder andere mal meinen Gegenspieler von seiner Position zu schieben, wobei mir meine Muskulatur sagt, dass ich doch viel besser am am Kuchenbuffet aufgehoben wäre, dafür wäre mein Körper perfekt vorbereitet. Plötzlich verlieren wir den Ball und ich muss zurück in die Abwehr. Meine Arme rufen immer lauter wieder nach dem Kuchenbuffet. In der Halbzeitpause leere ich meine Wasserflasche und höre zu wie Patrick uns dazu auffordert weiter konzentriert abzuwehren und im Angriff konsequenter abzuschließen. Als ich wieder auf dem Feld bin höre ich zwar immer wieder das Wort Kuchenbuffet in meinem Kopf, habe aber immer mehr Spaß am Spiel. Mir gelingt es mich in der Gegnerischen Abwehr gut zu positionieren und ich bekomme auch mal den Ball zugesteckt. Mein Wurf wird jedoch mit Leichtigkeit vom gegnerischen Torwart weggewischt und der Ball landet im Toraus. Nun gut Ich bin wohl auch nicht zum Tore machen eingekauft worden… Ute, Theresa, Lars und Patrick schon. Am Ende des Spiels sagt mir die Anzeigetafel, dass Meine Mannschaft das ganz gut hinbekommen hat und der zweite Sieg ist unser. In den Spielpausen komme ich mit einigen anderen ins Gespräch und darf feststellen, dass die Mentalität unter Kanuten aus allen Sparten dieses Sports wohl ähnlich ist. Die Zahl der Leute die Ich hier kenne ist eher übersichtlich, aber alle zeigen sich freundlich und aufgeschlossen, eine tolle Stimmung. Verbissen gekämpft wird auf dem Wasser, neben dem Wasser ist die Stimmung eher familiär.

Schon steht das nächste Spiel an und obwohl mein Fleece über der Lüftung hängt ist es noch lange nicht trocken. Auch dieses Erlebnis teilen also alle Kanusportler. Im Spiel gegen Leipzig ist deutlich zu spüren wie sehr unser Gegner den Sieg möchte, aber die Hanauer mit mir an der Seite halten dagegen. Dieses Spiel macht mir richtig Spaß ich merke zwar , dass ich wohl der mit der geringsten Erfahrung auf dem Feld bin, aber mir gelingt es ein paar mal mein Boot unter das eines meiner Gegner zu schieben und eine kleine Lücke in der Leipziger Verteidigung zu öffnen. Dennoch bleibt das Spiel spannend, da auch Leipzig immer wieder zu Abschlüssen kommen. In der Halbzeit sieht es so aus, als ob wir dieses Spiel verlieren würden. Wir alle reißen uns zusammen und können in der zweiten Hälfte das Spiel wieder offen gestalten. Wir liegen knapp in Führung als sich auf dem Feld plötzlich was ändert. Ich lenke mein Boot auf die mir zugewiesene Position im Angriff und versuche unter das Boot meines Gegners zu schieben. Dieser lässt sich nicht auf den Fight ein und sprintet auf einen meiner Mitspieler zu ich drehe mein Boot und suche mir ein neues Ziel. Doch auch dieser Spieler flüchtet vor mir nur noch der Torhüter und ich befinden uns vor dem gegnerischen Tor. Ich blicke mich um. Was ist passiert? Ballverlust? Nein, wir haben noch den Ball… Meine Mannschaft passt sich den Ball zu und der Gegner macht Druck auf jeden einzelnen Mitspieler. Ute und Patrick gucken mich ganz ungläubig an, als ob ich etwas machen sollte, erst jetzt begreife ich und drehe mein Boot wieder in Richtung Tor. Wir werden in Manndeckung genommen, doch der Torwart unserer Gegner hat es verpasst Druck auf mich auszuüben, oder mich nicht all zu ernst genommen. Wer mag es ihm Verdenken? Ich bekomme tatsächlich den Ball doch mehr als den Pfosten treffe ich nicht.

Ich bin enttäuscht über meinen kläglichen Versuch und fahre in die Auswechselzone. Jetzt geht’s erst richtig los. Im Spiel geht es hin und her. In einer heiß umkämpften Endphase schenken sich beide Mannschaften nichts. Das glücklichere Ende liegt bei Hanau. Wir haben erneut gewonnen. Damit endet für uns der Erste Turniertag. In geselliger Runde konnte bei Pizza und Bier der Abend ausklingen. Unser Nachtlager schlugen wir wie die meisten anderen in einer Turnhalle auf.

Am nächsten morgen lobt Lars noch einmal das Kuchenbuffet. Wie ein kleiner Teufel sitzt er auf meiner Schulter schlägt meinem Körper vor, die Paddellei im Schwimmbecken doch sein zu lassen, und mich lieber um die von Lars angepriesenen Leckereien zu kümmern. Genau wie gestern beschließe ich dies zu ignorieren.

Das Letzte Spiel der Vorrunde beginnt und die erste Halbzeit beginnt durchwachsen. Wir kommen nicht in den tritt.

Die ersten sieben Minuten sind um, ohne das uns großartige Aktionen gelungen sind. Immerhin ist meine Anfangsnervosität weg, das war aber auch schon alles was an der ersten Hälfte gut war.

In der zweiten Hälfte fährt unser Gegner konsequent Angriffe über die Seite, die mit unseren Frauen besetzt ist. Nun gut, so kann man sich täuschen, der Schwachpunkt der Mannschaft sitzt auf der auf der anderen Seite und kämpft mit seinen inneren Schweinehund. Immer wieder Angriff und Abwehr. Ich bin alle, mein Boot ist voll und Theresa meckert mich zu recht an, das meine Rückwärtsbewegung zu langsam ist. Ich wechsle aus und leere mein Boot. Auch diese Schlussphase erlebe ich in der Auswechselzone und versuche meinen Puls wieder runter zu bekommen. Das Spiel ist gedreht und Hanau im Halbfinale.

Während mir mein Adrenalinspiegel erneut die Magensäure hochtreibt. Versuchen meine Mitspieler mich auf die Besonderheiten der Gegner aufmerksam zu machen. Wir fangen zwar wie gewohnt mit mir als Center im Angriff an, werden aber je nach Situation tauschen. Der Gegner feuert sich nochmal lautstark an und das Spiel beginnt.

Lars hat Probleme mit der Fußstütze und mir öffnet sich die Spritzdecke. Mein Boot und ich werden immer langsamer, Lars ist schon ausgestiegen und dabei sich ein Ersatzboot zu suchen. Alle Spieler auf dem Feld rühren das Becken ordentlich um und ich bekomme kaum das Paddel ins Wasser. Die Verteidigung des Gegners steht eng und ich habe schon mühe mich zwischen die Reihen der „Maschinen“ aus Marburg zu setzen. Im Angriff ist es unserem Gegner gelungen unsere Verteidigung auf die rechte Seite zu ziehen. Ich bin nicht weit genug nachgerückt, da ich dem auf meiner Seite gebliebenen Spieler nicht die Seite öffnen wollte. Ich erkenne meinen Fehler und merke das ich nichts mehr dagegen machen kann. Ich rufe zwar noch „Mitte“ Da befindet sich schon ein Marburger frei vor unserem Tor.

Der Pass sitzt und der Ball zappelt im Tor. Wir greifen an, doch der Ball geht verloren und wir sind auf dem Rückweg, Patrick setzt dem Ballführenden mächtig unter Druck und verschafft uns so zeit. Irgendwie hat er es geschafft den Ball zu ergattern, steht jetzt jedoch allein auf weiter Flur. Ich überlege noch ob es Sinn macht im zu Hilfe zu eilen, entscheide mich aber dagegen, weil ich im Falle eines Ballverlustes wahrscheinlich gerade unnütz im Niemandsland treiben würde. Patrick. Auch Ute und Theresa entscheiden sich in der Verteidigung zu bleiben. Patrick versucht verzweifelt den Ball im Tor unterzubringen, bevor die Verteidigung des Gegners wieder steht, doch Torwart und Aluminium haben was dagegen. Endlich sitzt Lars wieder im Boot und ich kann in der Auswechselzone mein Boot leeren. Jetzt sitzt auch die Spritzdecke wieder. Spielstand? Wir liegen hinten, 2:3 Meine vier Mitspieler drängen auf den Ausgleich, haben wir noch Zeit? Theresa bekommt den Ball in vielversprechender Position und Hämmert den Ball in Richtung Tor. Von meiner Position in der Auswechselzone kann ich nicht genau sehen von wo der Ball abprallt, aber er tickt noch ein paar mal im Aluminiumrechteck hin und her, bevor er wieder ins Feld fällt. Der Schiedsrichter entscheidet auf Tor, der Gegner sieht das natürlich anders. Für uns ist das der Ausgleich. Kurz darauf endet die erste Halbzeit. In der Zweiten kommen wir insgesamt besser ins Spiel, auch wenn ich mich gerade im Angriff noch total überfordert fühle. Ich komme nicht zwischen die Reihen des Gegners und habe kaum platz Aktionen anzusetzen.

In der Defensive gelingen mir noch ein zwei Situationen. Plötzlich liegt der Ball frei auf meiner Seite nur Wenige cm vom Seitenaus. Ich erreiche den Ball vor meinem Gegenspieler und kann Ihn abschirmen. Wohin mit der Pille? Sobald ich mein Paddel loslasse werde ich die Luft anhalten müssen... Lars eilt zur Hilfe und Ich schaufel ihm den Ball mit dem Paddel in entgegen. Er leitet den nächsten Angriff ein. Ich bin durch und wechsle.

Kurz darauf ist klar, wir stehen im Finale. Ich bin im Finale mit dabei, ich kann es nicht glauben. Das macht mir wieder Bewusst wie gut meine Mitspieler sind. Die vier haben es geschafft mich als Anfänger mit ins Finale zu schleifen und mir dabei auch jede Menge Spielzeit zu geben. Bald darauf ist klar im Finale treffen wir wieder auf Leipzig die ja noch aus der Vorrunde eine Rechnung mit uns offen haben.

Die Anfangsphase ist wieder extrem umkämpft und es gelingt uns nicht uns abzusetzen. Ich Schiebe was das Zeug hält und rühre mit dem Paddel den Pool um, ohne wirklich das Gefühl zu haben erfolgreich zu sein. Am Ende der ersten Hälfte liegen wir knapp zurück. In der Halbzeitpause schreit mein Körper wieder nach der Kuchentheke, ich ignoriere das (darin bin ich mittlerweile gut geworden) und wir stacheln uns gegenseitig an. Die letzten sieben Minuten des Turniers. Ein Pfiff und es geht rund. In der Defensive zeigt sich meine Mannschaft bärenstark und auch ich lasse mich davon mitreißen. In der Halbzeitpause wurde ich dazu angehalten meine Gegenspieler aggressiver anzufahren. Und es gelingt mir teilweise ganz gut meine Gegner unter Druck zu setzen und noch dazu den Ball mit dem Paddel zu blocken.

Der Ball liegt frei vor mir und mein Gegner muss erst sein Boot drehen bevor er Fahrt aufnehmen kann. Ich erreiche den Ball vor ihm und Theresa eilt mir zu Hilfe und bietet sich an. Ich sehe noch wie Patrick auf der Linken Seite Richtung Tor sprintet. Ich entscheide mich gegen den sicheren Pass zurück zu Theresa und werfe den Ball rüber auf die andere Seite des Feldes. Patrick nimmt den Ball auf spielt den Ball in die Mitte zu Lars die Verteidiger wissen noch nicht so recht wie sie sich orientieren sollen und kurz darauf ist der Ball im Tor. Ich wechsle und mir ist klar, das Turnier ist für mich vorbei. Ich kann nicht mehr. Ute, die schon vor dem Spiel gejammert hat, dass sie völlig erschöpft sei, wirbelt aber wie verrückt und setzt sich immer wieder durch erobert wichtige Bälle. Die Vier zeigen sich jetzt völlig überlegen. Theresa gelingt noch ein sehenswerter Treffer und Patrick wirft den Ball flach über das Wasser, so dass dieser wie ein Stein über einen See hüpft. Lars fängt den Ball und muss nur noch den Torhüter überwinden. Jetzt klappt irgendwie alles. Dann die Erlösung, der Abpfiff. Erst als ich auf den Spielstand gucke fällt mir auf, dass wir nicht ein Tor in der zweiten Halbzeit zugelassen haben. Der Endstand ist mit 6:3 höher als er sich im Spiel angefühlt hat wir bedanken uns bei den Spielern der anderen Mannschaft und ich darf als Anfänger mit meinen Mannschaftskameraden den Turniersieg für Hanau feiern. Schönes Turnier, geiler Sport! Ich freue mich schon darauf mit meinem Verein, dem KC Wetter in die Saison zu starten und vielleicht gibt es im nächsten Jahr nochmal ein Revival und ich darf in Darmstadt nochmal nochmal mit Ute, Theresa Patrick und Lars zusammen spielen. Dann gehe ich aber wirklich auch mal zur Kuchentheke. Nur Niklas tut mir etwas leid, er muss sich während der drei Stunden Heimfahrt immer wieder anhören wie ich unseren Turniersieg feiere indem ich „Henkelpott“ skandiere.

 

Gruß Tommy